In einer primär auf Milch- und Käseproduktion basierenden Landwirtschaft, wie sie in den höhergelegenen Tälern Graubündens im 17. Jahrhundert betrieben wurde, waren Tiere wichtige und ständige Begleiter der Menschen: Rinder, Ziegen, Schafe, Schweine und Hühner wurden gehalten. Katzen jagten Mäuse, und Hunde dienten als Herdenschutzhunde oder, bei vornehmen Familien, als Jagdhunde oder Statussymbol. Reiche Familien besassen zudem auch Pferde.

Familienbetriebe

Capra Grigia, eine alte Bündner Ziegenrasse (Bild: Pro Specie Rara)

Die allermeisten Bauernbetriebe waren im Vergleich zu heutigen Verhältnissen winzig klein: kaum eine Familie besass mehr als zwei bis fünf Kühe. Die Anzahl Kühe, die eine Familie halten durfte, hing direkt von ihrem Landbesitz ab bzw. der Menge Heu, die geschnitten werden konnte. Der Zu- bzw. Verkauf von Heu war fast immer und überall verboten.

Zu den Kühen gehörte ein Stier pro Dorf. Das Durchfüttern dieses unproduktiven Heukonsumenten gehörte an gewissen Orten zu den Aufgaben des Pfarrers, an anderen mussten ihn die Geschworenen des Gerichtes im Turnus bei sich unterbringen. Beliebter als Stiere waren die Ochsen, die als Zug- und Lasttiere eingesetzt wurden sowie zum Brechen der Wege nach Schneefall.

Rätisches Grauvieh

Rätisches Grauvieh (Bild: Pro Specie Rara)

Alle Rinder gehörten zu der heute als Rätisches Grauvieh bekannten Rasse. Diese grauen, berggängigen Kühe waren seit vielen hundert Jahren im Alpenraum heimisch, in einem kleineren "Albula"- und einem schwereren "Oberländer" Schlag. Erst anfangs des 20. Jahrhunderts wurden sie nicht mehr weiter gezüchtet und vom grösser gewachsenen Braunvieh verdrängt. Seit den 1980er Jahren wird das Rätische Grauvieh auf Initiative von Pro Specie Rara wieder gezüchtet, ausgehend von einigen Tieren aus dem Tirol, wo die Rasse immer vertreten war. Die heutigen Grauviehkühe entsprechen dem früheren Albula-Typ. (Mehr zur Geschichte des Rätischen Grauviehs gibt es auf der Seite von Pro Specie Rara.)

Familienmitglieder

In "Bergünerstein" erscheinen die Kühe und Geissen der Familie Danz Pol Clo als langjährige, treue Gefährten. Ihre Namen und Porträts wurden von der 1./2. Klasse der Gemeindeschule Bergün Filisur beigetragen - herzlichen Dank! (Zum Vergrössern bitte auf die Bilder klicken.)

Die Kühe heissen Grusaida, Graina, Staila, Braida und Annapitschna, wobei Annapitschna die Tochter von Graina ist und so heisst, weil Tochter Anna sie schon als Kälblein besonders geliebt hat. Einige Jahre lang teilen die Danz Pol Clos einen Ochsen mit ihren Nachbarn, er heisst Banadetg. Ihre Geissen heissen beispielsweise Bialetta, Nescha oder Alvra und werden vor allem von den Kindern betreut. Ganz am Ende der Geschichte läuft Plesch eine Geiss namens Susauna zu, sie wird die Stammmutter der neuen Geissenherde, die er ab 1623 aufbaut.

Ser Zannin Schalchett wird nie ohne seinen Hund Buolf gesehen, Ser Peder Jecklin nie ohne seine alte Hündin  Brümla. Und Balz Schalchett erhält zu seinem dreizehnten Geburtstag von seinem Vater einen prächtigen Hengst, den er nach dem Bündner Freiheitshelden Rhaetus nennt - ganz Brauegn ist neidisch!